Ein bunter Strauß von Melodien Kantorei Johannisthal Gemeindechor Johannisthal Leitung: Martin Fehlandt Samstag, 4. Juli 2026 17 Uhr zum Abschluss des Gemeindesommerfestes Ev. Kirche Johannisthal, Sterndamm 92, 12487 Berlin

Es ist schon eine schöne Tradition geworden, dass der Abschluss des Gemeindefestes ein kurzes, aber knackiges (Chor-)Konzert ist. In diesem Jahr wird von unseren Chören Musik aus allen Zeiten geboten: Musik der Renaissance, des Barock, der Romantik und sogar Schlager der 20er Jahre bis hin zur Moderne. Mit von der Partie ist unser schöner neuer Flügel!

Es wird ein interessantes und spannungsreiches Konzert werden. Dazu lade ich ganz herzlich ein.

Ihr Martin Fehlandt

Abschied

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Gemeindeglieder,

mit dieser biblischen Besinnung verabschiede ich mich von Ihnen als Superintendent unseres Kirchenkreises. Am 18. Oktober diesen Jahres um 14 Uhr werde ich in einem Gottesdienst in der Erlöserkirche entpflichtet und in den Ruhestand verabschiedet. Mit 15 Jahren war diese Station die längste in meinem bisherigen Leben. Im Oktober 2011 begann ich und im Oktober 2026 endet mein Dienst.

In den Zeitraum dieses Gemeindebriefes fällt auch der Monat Juli und damit dessen Monatsspruch aus dem 5. Kapitel des Buches Amos. In Vers 24 heißt es dort:

„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“

Für mich ein großartiges Wort! Es hält die Verbindung zwischen Recht und Gerechtigkeit fest. Insofern ist er ein Kommentar zu jenem Nachwendesatz: ‚Wir wollten Gerechtigkeit und bekamen den Rechtsstaat.‘, den meiner Erinnerung nach Bärbel Bohley ausgesprochen hat. Sätze wie dieser von Amos zeigen, welche moralische Orientierung unser Glaube mit sich bringt und welche Werte für ihn wichtig sind.

Dass viele Gemeindeglieder diesen Kompass verinnerlicht haben wurde für mich deutlich an der großen Bereitschaft zur Hilfe, als im Jahre 2015/16 viele Geflüchtete auch in unserem Kirchenkreis angekommen sind. Da wurde zum Beispiel Wohnraum in Karlshorst und in anderen Gemeinden zur Verfügung gestellt. Da wurden Sprachkurse organisiert und viele Initiativen mehr: herzlichen Dank dafür! Unsere Kirchengemeinden wurden durch die engagierten Christenmenschen in ihnen zu Leuchtfeuern der Nächstenliebe. Dass man mit uns rechnen kann, wenn wir gebraucht werden, das hat sich damals
gezeigt.

Gezeigt haben sich in unseren Gemeinden freilich auch die gesellschaftlichen Brüche in der Coronazeit. Es gab Kritik daran, dass sich Kirche widerspruchslos den staatlichen Auflagen gefügt hat. Manche Kritiker kamen mit dem Widerstandspotenzial der Kirchen in der DDR; ein schwieriger Vergleich. Andere wieder stimmten dem Weg unserer Kirche in dieser nicht leichten Zeit zu. Wir wollten niemanden allein lassen, und dennoch ist es in Einzelfällen wohl dazu gekommen.

Und ein Letztes gehörte in diese 15 Jahre für mich hinein: der Aufstieg der AfD. Ich bin dankbar dafür, dass sich unsere Kreissynode im Frühjahr diesen Jahres dafür ausgesprochen hat, dass sich unsere Kirchenleitung bei ihren Gesprächen mit der Politik für ein Verbot dieser Partei einsetzen soll. Wir wissen, dass damit die Gesinnung der hinter dieser Partei Stehenden nicht verändert wird, aber zumindest bekäme sie dann nicht noch finanzielle Zuwendungen des Steuerzahlers. Das Bibelwort für Juli ist auch deshalb für mich wichtig, weil es zeigt, dass unser Glaube sehr wohl etwas mit der Politik zu tun hat. Er verteidigt nämlich die Menschenrechte, die diese Partei einschränken möchte. Das haben wir klar auszusprechen, auch wenn es einzelne Gemeindeglieder (und andere Mitbürger) anders sehen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass es für die Zukunft unserer Kirche und ihrer Gemeinden wichtig sein wird, ob wir die Themen ansprechen, die die Menschen bewegen; nur dann sind wir relevant. Bedeutsamkeit hängt nicht an der Zahl – zum Beispiel unserer Gemeindeglieder – sondern daran, ob wir ansprechen, was die Leute umtreibt.

  • Was ist das?
  • Wen könnte man fragen, um eine Antwort auf diese Frage zu bekommen?

Nach meiner Meinung sind in den letzten Jahren die Soziologen die geworden, bei denen man fündig werden kann. Und da findet sich das Stichwort ‚Verlust‘. Die Angst, zu verlieren, was man hat, bestimmt viele – und erklärt auch zu einem guten Teil den Aufstieg der AfD – und lähmt etliche Mitbürger zugleich. Es breitet sich Erschöpfung aus. Dabei geht es vielen bei uns gut. Erst recht, wenn wir uns mit Menschen auf anderen Kontinenten vergleichen. Deutschland ist noch immer ein attraktives Land mit seiner Mischung von individueller Freiheit und staatlich organisierter Vorsorge. Und dennoch rangieren wir weltweit gesehen nur auf Platz 22 des letzten Glücksatlas (Platz 1 belegt Finnland als das Land mit den glücklichsten Menschen; wenn man das denn messen kann). Das liegt sicher auch daran, dass immer weniger Menschen daran glauben, dass es ihren Kindern einmal besser geht als ihnen selbst.

Dieses Aufstiegsversprechen wird zunehmend nicht mehr geglaubt. Das ist Demokratie gefährdend. War die Zukunft vor ca. 35 Jahren eher wie ein Versprechen – denken Sie an den Song von Scorpion ‚Wind of Change‘ – klingt sie heute in den Ohren Etlicher eher wie eine Drohung. So scheint es zu sein, wenn man den Soziologen zuhört; das ist es, was die Menschen bewegt. Und weil es so zu sein scheint, sollten wir uns darauf beziehen.

Die Befürchtung, der Kuchen reicht nicht für alle führt dazu, erst einmal zu definieren, wer nicht an den Tisch gehört; zum Beispiel die Ausländer. Aus der Perspektive unseres Glaubens muss gefragt werden, ob die Voraussetzung, dass der Kuchen nicht für alle reicht, stimmt. Wenn es im ersten Kapitel der Bibel von Gott im Blick auf seine Schöpfung heißt: „… und siehe, es war sehr gut.“, dann meint das auch, dass es für alle reicht. Dann wäre das Problem nur eine falsche Verteilung und kein Mangel. Wer das glaubt ist großzügiger, weil er selbst Großzügigkeit erlebt hat. Ich habe in den letzten 15 Jahren sehr viel Großzügigkeit mir gegenüber erlebt. Ob es um den Umbau und die Sanierung des Hauses des Kirchenkreises in der Schottstraße 6 in Lichtenberg gegangen ist, oder um die Planung und Durchführung der Kreiskirchentage 2017 und 2025 – bei all diesen Vorhaben durfte ich mich im Rahmen der Entscheidungen unserer Kreissynode und des Kreiskirchenrates entfalten und hatte Spielräume. Dafür danke ich allen Verantwortlichen, die es über die Jahre hinweg in diesen Gremien gegeben hat. Und es war kein Zufall, dass diese Kirchentage nicht in einer Kirche stattgefunden haben. Ich wollte mit ihnen rausgehen, in die Stadt, und wollte Orte zurückholen. Natürlich nicht, ihre Vergangenheit tilgen, aber diese Vergangenheit sollte nicht das letzte Wort behalten!

Dieses steht für uns unserem befreienden Gott zu. Aus seiner Zuwendung leben wir. Sein guter Geist ist der Atem, der unsere Welt und seine Schöpfung am Leben hält. Darum ist auch genug da für alle. Darum darf man auch ganz beruhigt seinen Frieden damit machen, dass man die wichtigsten Dinge im Leben ‚nur‘ geschenkt bekommen kann. Es ist mit dem Leben wie mit dem Schnee: beides haben wir nicht in der Hand. Wenn meine Enkeltochter stolz den Schnee mit in’s Zimmer bringt, zerrinnt er. Wir haben unser Leben nicht in der Hand, aber wir kennen den, der uns durch die Zeiten trägt – auf unserem Weg zu seiner Ewigkeit.

Bleiben Sie behütet!

Hans-Georg Furian
(Superintendent)

Zusammenrücken während der Kirchsaalsanierung

Als dieser Gemeindegruß entstand, waren die Arbeiten im Kirchsaal bereits weit fortgeschritten. Die notwendige Einbringung einer Feuchtigkeitssperre war abgeschlossen, die Verputzarbeiten an den betroffenen Wänden nahezu beendet. Die Maßnahme war erforderlich geworden, weil diese Abdichtung bei der zurückliegenden Sanierung vor rund 15 Jahren nicht ausgeführt worden war. Nach Abschluss der Arbeiten werden nun noch die malertechnische Aufarbeitung und die Anbringung der Fußleisten folgen.

Für unsere Gemeinde bedeuteten die Bauarbeiten vor allem eines: zusammenzurücken. Da der Kirchsaal zeitweise nicht genutzt werden konnte, fanden Gruppen und Veranstaltungen im Gemeindesaal statt. Nicht immer war das einfach. Termine mussten abgestimmt werden, manche Gewohnheiten geändert, und gelegentlich wurde es auch räumlich eng. Dennoch haben wir diese Zeit gemeinsam gut bewältigt.

Im Rückblick zeigt sich, dass dieses Zusammenrücken mehr war als eine organisatorische Notwendigkeit. Es hat uns daran erinnert, dass Gemeinde vor allem durch die Menschen lebt, die sich in ihr versammeln.

Gerade dort, wo der Platz begrenzt ist, werden Gemeinschaft, Rücksichtnahme sowie Hilfe und gegenseitige Unterstützung besonders sichtbar. Passend dazu fand am 7. Juni auch der Gottesdienst im Gemeindesaal statt. Die ungewohnte Atmosphäre, die Nähe zueinander und so manches Provisorium erinnerten an die Anfänge der christlichen Kirche. Lange Zeit verfügten die ersten Christen über keine eigenen Kirchengebäude. Sie trafen sich in Häusern, feierten Gottesdienst in kleinen Räumen und lebten ihren Glauben in enger Gemeinschaft miteinander.

Diesen Gedanken griff auch die Predigt des Sonntags auf. Die ersten Christen werden in der Apostelgeschichte als Menschen beschrieben, die „ein Herz und eine Seele“ waren. Dabei bedeutete das keineswegs, dass es keine Unterschiede oder Konflikte gegeben hätte. Vielmehr zeichneten sie sich dadurch aus, dass sie trotz aller Herausforderungen zusammenblieben und füreinander Verantwortung übernahmen.

Vielleicht liegt gerade darin eine wichtige Erfahrung unserer vergangenen Wochen. Die Bauarbeiten haben Einschränkungen mit sich gebracht und manches lief nicht immer so reibungslos wie erhofft. Gleichzeitig haben sie uns Gelegenheit gegeben, neu zu entdecken, was Gemeinschaft bedeutet.

Kirche lebt nicht allein von ihren Mauern, so wichtig und wertvoll diese auch sind. Sie lebt von den Menschen, die sich im Glauben miteinander verbinden, einander unterstützen und gemeinsam unterwegs sind.

So hoffen wir, dass die Sanierung nicht nur zum Erhalt unseres Kirchengebäudes beiträgt, sondern uns auch etwas von dem in Erinnerung ruft, was die ersten christlichen Gemeinden getragen hat: die Erfahrung, dass Gottes Gegenwart nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist, sondern dort erfahrbar
wird, wo Menschen zusammenkommen, einander tragen und Gemeinschaft leben.

In diesem Sinne war die Zeit des Zusammenrückens vielleicht nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine wertvolle Erinnerung an die Anfänge unserer Kirche.

Patrick Otto

Bericht aus dem GKR

– Kirchsaalsanierung – Kirchenmusik – Sommergottesdienste –

Liebe Gemeinde,

die vergangenen Wochen waren erfüllt von Themen, die uns als Gemeindekirchenrat in Bewegung gehalten haben – und von ersten Schritten, mit denen wir beginnen, unsere Planung von unserer Rüstzeit im Februar umzusetzen.

Unser Kirchsaal erstrahlt in neuem Glanz

Wer diese Ausgabe in den Händen hält, kann es schon sehen: Seit dem 2. Juni wird unser Kirchsaal saniert. Der feuchte Putz am Sockel hinter dem Altar gehört dann der Vergangenheit an – eine Horizontalsperre und frische Verputzung sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit dauerhaft verschwindet.

Erfreulicherweise konnte die ausführende Firma nicht nur die Arbeiten zur Feuchtigkeitssperre übernehmen, sondern auch notwendige Instandhaltungsmaßnahmen an Dach und Fassade. Gerade im Vorfeld hatte sich die Suche nach einem geeigneten Auftragnehmer für diese vergleichsweise kleine Baumaßnahme als schwierig erwiesen. Umso dankbarer sind wir, dass die Arbeiten nun erfolgreich voranschreiten.

Damit ist es aber nicht getan. Auch die gründliche Reinigung des Kirchsaalbodens steht an, und die nehmen wir selbst in die Hand. Das ist unser erstes großes Projekt, das wir seit der Rüste aus eigenen Kräften stemmen wollen. So sieht der Plan aus: Am 7. Juli gibt es eine erste Probe: Jörg Schuster wird an dem Gerät zeigen, wie das Polieren funktioniert und das Gerät testen- hierzu sind alle eingeladen sich zur Funktion und Handhabung einweisen zu lassen. 17 Uhr im Kirchsaal!

Am 19. Juli legen wir los – um 10 Uhr räumen wir gemeinsam aus, mit einem kleinen Plausch hinterher bei Kaffee und Kuchen. Gottesdienst mal anders und ganz praktisch. Ab Montag geht es dann richtig zur Sache, in zwei Schichten: von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. Jörg und Juliane haben den Hut auf, unterstützt von Lars und Hanna – und vor allem hoffen wir auf viele helfende Hände, die in diesen Tagen dazukommen. Die Pläne, in die man sich eintragen kann, hängen bereits in der Kirche aus.

Im Wandel: unsere Kirchenmusik

Das Bewerbungsverfahren für unsere Kirchenmusikstelle hat uns im Mai in Atem gehalten. Zwei Bewerbende – Thomas Richter und Martha Kubina – haben das gesamte Verfahren, das aus Orgelvorspiel, Kantoreiprobe und Vorstellungsgespräch bestand, durchlaufen. Am 13. Mai hat der GKR Johannisthal beschlossen, Martha Kubina die Stelle anzubieten; der GKR Oberschöneweide hat sich in derselben Woche angeschlossen. Wir freuen uns auf eine schöne und vielversprechende Zusammenarbeit. Den genauen Starttermin geben wir noch bekannt.

Zugleich wissen wir um die Herausforderung dieser Zeit. Martin Fehlandt hat unsere Kirchenmusik über drei Jahrzehnte geprägt und viele Mitglieder unserer Kantorei seit Kindertagen begleitet. Nun steht sein wohlverdienter Ruhestand an und der Abschied fällt schwer. Aber ich glaube fest daran, dass es gelingen kann: Etwas Neues darf wachsen, ein neuer Mensch darf dieses Herzstück unserer Gemeinde prägen und sich einbringen. Dabei wollen wir als GKR unterstützend zur Seite stehen. In der nächsten Ausgabe wissen wir mehr und können Ihnen Martha Kubina näher vorstellen.

Bevor es so weit ist, wollen wir gebührend Danke sagen:

Am 30. August um 14 Uhr verabschieden wir Martin Fehlandt mit einem Festgottesdienst. Es wird viel Musikalisches geben und vor allem Zeit, um beim anschließenden Beisammensein miteinander ins Gespräch zu kommen, zu danken und Abschied zu nehmen. Wir laden Sie herzlich ein, dabei zu sein und freuen uns, wenn der eine oder die andere sogar noch einen Beitrag zum Kuchenbuffet beisteuert.

Ein Sommer unter Sternen

Nach unserem Gemeindesommerfest am 4. Juli kehrt in manchen Gruppen für eine kleine Sommerpause Ruhe ein. Zugleich laden die regionalen Sommergottesdienste unter dem Motto „Unter den Sternen“ ein:

„Er zählt die Zahl der Sterne und nennt sie alle mit Namen.“
(Psalm 147,4)

In Johannisthal feiern wir am 26. Juli unseren Sommergottesdienst – und dieser hat etwas Besonderes: Er beginnt mit einem Gottesdienst und mündet in einem Vortrag in unserem Gemeindesaal – direkt im Anschluss an dem Gottesdienst. Der Vorsitzende der Wilhelm-Förster Sternwarte Berlin – Dr. Friedhelm Pedde – wird einen Vortrag halten zum Thema: Sternenhimmel im Sommer, Himmelsbeobachtungen und Ausblicke im August.

Besuchen Sie auch die anderen Sommergottesdienste in der Region, am 9. August geht es dann direkt in die Archenhold-Sternwarte, gemeinsam mit der Kirchengemeinde Treptow!

Ich freue mich auf einen Sommer voller Begegnungen – beim Ausräumen ebenso wie unter dem Sternenhimmel.

Herzliche Grüße
Juliane Bach

Gemeindegruß Juli – September 2026

Der neue Gemeindegruß der evangelische Kirchengemeinde Berlin-Johannisthal ist da:

Zum Titelbild „Regenbogen in unserer Kirche“ – Foto: Anja Herwig

Wussten Sie schon?
Die Glastüren rechts und links des Altars wurden 2011 im Rahmen der Gebäudesanierung eingebaut, um die Kirche heller zu gestalten und eine Verbindung zum Außengelände zu schaffen. Manchmal blendet allerdings die tiefstehende Sonne und das Gegenlicht stört manche beim Verfolgen der Predigt. Aus diesem Grund wurden die oberen Fenster mit Folie beklebt, um das Licht zu brechen. Gegen das Blenden hat sie leider nicht viel geholfen, der Regenbogen im Frühjahr und Herbst bei tiefstehender Sonne ist dennoch ein schöner Nebeneffekt.

FeierAbend: Selbst-Verteidigungs-Kurs

Für mich persönlich, aber auch aus Sicht der Veranstaltenden, war dieser Kurs ein voller Erfolg. Eine bunte Gruppe von ca. 20 Menschen unterschiedlichsten Alters, von Kindern über Jugendliche bis hoch ins Rentenalter, trafen sich an einem Freitag im März zum FeierAbend (einer inzwischen etablierten Reihe regelmäßiger Abendveranstaltungen) in unserem Kirchsaal.

Kursleiter Stephan gestaltete nach einer kurzen Vorstellungsrunde ein tolles Warm-up, was vor allem dazu diente, die Teilnehmenden nach und nach miteinander in (Körper-)Kontakt zu bringen. Um sich später in Zweiergruppen in den verschiedenen Techniken der Selbstverteidigung zu üben, war das vertrauensvolle „in-Kontakt-Kommen“ entscheidend. So begann die Gruppe spielerisch, sich im Raum zu bewegen, sich zu grüßen, erst mit „Hallo“, dann mit Handschlag, später mit einem freundlichen Klaps auf die Schulter und schließlich mit einer kurzen Umarmung. Inzwischen war schon an der einen oder anderen Stelle gekichert oder gelacht worden und ein angenehmes Gruppengefühl entstanden.

Und spielerisch ging es weiter: Zombies mussten abgewehrt werden, was gleichsam lustig als auch einprägsam war. Auch hier gab es viel miteinander zu lachen und rumzualbern. Insgesamt hatte der Kurs an keiner Stelle eine ernste Schwere, sondern war so spielerisch und humorvoll angeleitet, dass im Vordergrund eher ein gewisser sportlicher Ehrgeiz stand, die Übungen gut auszuführen und das Gegenüber erfolgreich abzuwehren.

Immer wieder traten „Aha-Effekte“ auf: Die empfohlenen Verteidigungsmanöver widersprachen oft der eigenen Intuition. Beispielsweise beim Ausweichen statt Zurückweichen – so simpel, so effektiv. Kursleiter Stephan demonstrierte mit seiner Frau Anja, die als Assistentin im Kurs unterstützte, sämtliche Bewegungsfolgen und stand jederzeit allen für Fragen, Korrekturen und gemeinsames Ausprobieren zur Seite. Es durfte im Verlauf auch die eigene Schlagkraft ausprobiert und so richtig draufgehauen werden. Auf spezielle Kissen versteht sich.

Was wir mitnehmen konnten: Aufmerksamkeit unterwegs, aufrechte Haltung, bewusster Einsatz der Stimme und letztlich die richtigen Bewegungen und Handgriffe erlauben es Menschen jeden Alters, sich im Falle einer Bedrängnis selbst zu verteidigen. Es braucht nicht unbedingt viel Kraft oder eine große Statur, sondern die richtige Technik. Es gibt sogar Grifftechniken, mit denen selbst Kinder einen erwachsenen Mann überraschen und zu Boden bringen können! Und was für eine Freude es den vermeintlich Schwächeren macht, diese Überlegenheit zu erleben und immer wieder auszuprobieren. Der Spaßfaktor war groß! Und umso einprägsamer erlernten wir die verschiedenen Methoden und gewannen so einiges an Selbstbewusstsein.

Wer weiß, wie viele der Teilnehmenden später zu Hause ihre Angehörigen gebeten haben, „versuch mich mal zu schlagen!“, um dann das Erlernte zu nutzen und das verblüffte Gegenüber „zur Strecke zu bringen“ – ganz rücksichtsvoll versteht sich, aber erfolgreich. Ein großartiges Gefühl!

Im Anschluss konnten wir Teilnehmenden sogar noch Videos von den Übungen (nachgestellt von Stephan und Anja) machen und uns so die verschiedenen Techniken zur Wiederholung und Festigung mit nach Hause nehmen.

Hier die gute Nachricht für alle, deren Interesse gerade geweckt wurde: Aufgrund des begeisterten Feedbacks und großen Interesses überlegen wir, dieses Angebot erneut in den FeierAbend-Plan aufzunehmen. Sie finden die Ankündigung dann hier wie immer im Gemeindegruß, im Schaukasten oder auf unserer Homepage.

Überraschendes Fazit für viele in der Abschlussrunde: Jede*r kann sich einfach so – ganz ohne Krafttraining und Kampfsportausbildung – verteidigen, wenn bestimmte Techniken bekannt und eingeübt sind.

Johanna Werner

Frühjahrsputz für den Kiez: Unsere Kehrenbürger im Einsatz

Eigentlich sollte es am 14. März 2026 ein „Frühlingsspaziergang mit Mehrwert“ werden. Doch auch wenn der Frühling sich noch etwas zierte, ließen wir uns die Laune nicht verderben: Ein tatkräftiger Kreis von Kehrenbürgern trat an, um dem Müll auf unserem Kirchengelände und im Kiez den Kampf anzusagen.

Klimaschutz und die Bewahrung der Schöpfung beginnen oft im Kleinen – direkt vor unserer Haustür. Ausgestattet mit Greifzangen, Warnwesten und Müllsäcken (Vielen Dank an die BSR!) schwärmten wir aus. Was wir fanden, war erschreckend vielfältig: Von unzähligen Zigarettenkippen über Silvesterreste bis hin zu alten Gartenschläuchen war alles dabei.

Indem wir diesen Unrat von den Gehwegen, Haltestellen und aus den Grünflächen entfernen, schützen wir nicht nur das Stadtbild, sondern verhindern auch, dass Schadstoffe in Boden und Grundwasser gelangen. Es war ein aktiver Dienst an der Welt, die uns anvertraut ist.

Besonders schön: Unsere Aktion blieb nicht unbemerkt! Spontan schlossen sich Anwohner und Geschäftsinhaber an, griffen ebenfalls zu Besen und Müllsack und halfen dabei, auch den Wintersplitt von den Gehwegen zu fegen. So wurde aus dem Arbeitseinsatz ein echtes Gemeinschaftserlebnis für den Kiez. Nach getaner Arbeit belohnten wir uns auf unserer Terrasse mit einer heißen, schmackhaften Suppe (Vielen Dank, liebe Hanna!) und guten Gesprächen.

Das Ergebnis des Vormittags:

  • 11 volle Müllsäcke konnten der BSR übergeben werden.
  • Ein Kiez, der wieder ein Stück weit aufatmen kann.
  • Das gute Gefühl, gemeinsam etwas bewegt zu haben.

Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann und Mut macht. Wir danken allen Helferinnen und Helfern von Herzen – auch jenen, die das ganze Jahr über still und leise im Kiez Müll sammeln und somit dort Verantwortung übernehmen, wo wir leben. Wir bleiben dran, denn die Bewahrung unserer Umwelt ist eine Aufgabe, die niemals Pause macht.

Auf das nächste Mal – für einen sauberen Kiez und eine bessere Umwelt!

Jeannette Heymel
für das Klimateam

Und wer vielleicht selbst eine Sammelaktion starten möchte, kann sich hier darüber informieren und das kostenlose Material bei der BSR bestellen:

Angedacht – Der Anker

„Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele.“
(Hebr 6,19)

Ein Symbol mit Geschichte

Tief unter den Straßen Roms ziehen sich kilometerlange Gänge durch den Tuffstein. Die Katakomben – Begräbnisstätten der ersten Christen. Wer dort heute mit einer Taschenlampe durch die engen Tunnel geht, entdeckt an den Wänden etwas Faszinierendes: Fische, Hirten, Brote. Und immer wieder: Anker. Eingraviert in Stein, gemalt auf Grabplatten, eingeritzt in den Fels.

Das war kein Zufall. Im 2. und 3. Jahrhundert, als Christen in Rom verfolgt wurden, brauchten sie Zeichen, die sie erkennen konnten, ohne sich zu verraten. Der Anker war dabei besonders klug: Durch seinen Querbalken ähnelte er einem Kreuz, aber für Außenstehende wirkte er wie ein harmloses nautisches Symbol. Ein verstecktes Kreuz – „crux dissimulata“ nannten es die frühen Christen.

Aber der Anker war mehr als nur ein Tarnzeichen. Er drückte Hoffnung aus – nicht als Gefühl, sondern als Halt. In einer Zeit, in der Christen um ihr Leben fürchten mussten, wurde dieses Bild in Stein geritzt. Nicht, weil alles gut war. Sondern, weil nichts sicher war.

Ein Bild aus der Seefahrt

Wer schon mal auf einem Schiff war, weiß: Ein Anker ist schwer. Richtig schwer. Erst wenn er tief im Meeresgrund haftet, ist ein Schiff wirklich sicher. Bei Sturm, bei Strömung, bei Wellengang – der Anker
hält.

Und doch: Von oben sieht man das nicht. Das Schiff bewegt sich weiter, es schwankt, es wird hin und her geworfen. Der Halt liegt unsichtbar unter der Oberfläche.

Genau dieses Bild greift der Hebräerbrief auf. Unsere Hoffnung ist ein Anker – sicher und fest. Aber nicht in uns selbst. Nicht in unserer Stabilität, nicht in unserer Stimmung, nicht in dem, was gerade gelingt. Der Anker greift tiefer.

Das ist mehr als ein schönes Bild. Es stellt eine unbequeme Frage: Woran halte ich mich eigentlich fest – wenn es wirklich darauf ankommt?

Und heute?

Manchmal ist da dieses Gefühl: Alles um uns herum verändert sich. Nichts scheint sicher. Die Nachrichten sind überwältigend, die Zukunft unklar, und manchmal weiß man gar nicht, wo man anfangen
soll.

Aber vielleicht ist das nicht die Ausnahme, sondern die ehrlichere Beschreibung unseres Lebens. Vieles trägt – solange es trägt. Und wir gewöhnen uns daran, es für stabil zu halten.

Wir sagen: Familie, Arbeit, Freundschaften – das gibt Halt. Und das stimmt auch. Aber vielleicht nur so lange, bis etwas ins Wanken gerät.

Wenn wir ehrlich sind, hängen wir oft mehr daran, als wir zugeben. Und vielleicht merken wir erst im Nachhinein, wie sehr wir uns darauf verlassen haben.

Der Anker aus dem Hebräerbrief setzt genau hier an.

Er verschiebt den Blick.

Nicht weg von dem, was wichtig ist.

Aber weg von der Vorstellung, dass es letztlich trägt.

Denn die eigentliche Frage ist nicht, ob wir uns festhalten.

Sondern ob das, woran wir uns festhalten, auch hält.

Die ersten Christen in den Katakomben hatten kaum äußere Sicherheiten. Und doch haben sie den Anker in den Stein geritzt. Vielleicht nicht, weil sie sich sicher gefühlt haben. Sondern weil sie etwas brauchten, das tiefer reicht als das, was sie sehen konnten.

Vielleicht liegt genau darin die Kraft dieses Bildes: Echte Sicherheit entsteht nicht daraus, dass wir alles im Griff haben. Sondern daraus, dass unser Halt nicht mit uns schwankt.

„Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele.“
(Hebr 6,19)

Vielleicht ist das keine schnelle Antwort.

Aber es ist eine Einladung: Sich ehrlich zu fragen, was trägt.

Und sich langsam dorthin zu verankern, wo Halt nicht erst entsteht, wenn alles ruhig ist.

Juliane Bach

Bericht aus dem Kirchenkreis: Wahl der neuen Superintendentin

Nach der Wahl zur neuen Superintendentin des Ev. Kirchenkreises
Berlin Süd-Ost: Präses Stefan Ebmeyer gratuliert Pfarrerin
Judith Kierschke. Foto: ekbso.de

Pfarrerin Judith Kierschke ist am 25. März 2026 von der Wahlsynode des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Süd-Ost im ersten Wahlgang mit 48 von 72 Stimmen zur neuen Superintendentin des Kirchenkreises Berlin Süd-Ost gewählt worden.

Pfarrerin Kierschke lebt und arbeitet derzeit im kanadischen Ottawa. Dort leitet sie eine deutsch- und englischsprachige EKD-Gemeinde und trägt als Interims-Dekanin Verantwortung für mehrere Gemeinden. Am Vortag der Wahlsynode war sie aus Kanada angereist – und war bereits einen Tag später wieder nach Ottawa zurückgeflogen: „Dort ist noch viel zu tun. Aber ich freue
mich bereits jetzt sehr auf die Leitungsaufgabe im Kirchenkreis Berlin Süd-Ost!“

Einen Vorstellungstext von Judith Kierschke finden Sie auf den Seiten des Kirchenkreises: Vorstellungstext von Pfarrerin Judith Kierschke

Generalsuperintendentin Dr. Julia Helmke, die das Wahlverfahren und die Wahlsynode leitete, gratulierte Judith Kierschke zur Wahl und dankte den Kandidierenden: „Mein Dank gilt auch Pfarrer Tobias P. Jachmann, dass er sich zur Wahl gestellt hat.“

Pfarrerin Kierschke folgt am 1. November 2026 auf Superintendent Hans-Georg Furian, der am 31. Oktober 2026 in den Ruhestand geht: „Ich wünsche meiner Nachfolgerin Gottes Segen, bleiben Sie behütet!“

Herzlich willkommen, Pfarrerin Judith Kierschke!