Herzliche Einladung zur Verabschiedung von Kantor Martin Fehlandt Musikalischer Festgottesdienst am Sonntag, 30. August 2026 14:00 Uhr in der Kirche Johannisthal mit anschließendem Empfang Ev. Kirche Johannisthal, Sterndamm 92, 12487 Berlin

Liebe Gemeinde,

nach vielen Jahren, in denen Martin Fehlandt unsere Gottesdienste und unser Gemeindeleben mit seiner Musik getragen und geprägt hat, verabschieden wir ihn in den Ruhestand.

Abschied, Entpflichtung, Hinausgeleiten – kein Wort trifft es ganz. Und doch wollen wir gemeinsam diesen Übergang in einen neuen Lebensabschnitt würdigen und die vielen Erinnerungen feiern: mit Musik, mit Gottes Wort, mit Dank und mit Genuss im Anschluss.

Im Anschluss an den Gottesdienst laden wir herzlich zu einem Empfang ein, mit Kuchen, einem leichten Buffet und weiteren musikalischen Beiträgen. Kuchenspenden für das Buffet sind willkommen!

Wir freuen uns auf einen festlichen Gottesdienst und eine entspannte Feier – mit viel Zeit für Rückblick und Erinnerung.

Pfarrerin Juliane Bach

Auf Wiedersehen aus Treptow!

Die erste Erinnerung an Kantor Fehlandt, die einer der Unterzeichnenden mitbringt, geht zu einem gemeinsam gestalteten Gottesdienst in Johannisthal vor rund 20 Jahren. Ich weiß den Namen des Liedes nicht mehr. Aber als die Gemeinde mit dem Text von den Vögeln sang, die fröhlich umherfliegen, zwitscherte und trillerte die Orgel. Inzwischen hat sich zwischen dem Kantorat in den Kirchengemeinden Johannisthal und Oberschöneweide und der Kirchengemeinde Treptow eine in den regionalen Dienstberatungen regelmäßige und in gemeinsamen Konzerten und Gottesdiensten situative Zusammenarbeit entwickelt. Genannt seien hier nur der regionale Gottesdienst am Sonntag Kantate, der durch die Gemeinden wandert, oder die musikalische Gestaltung des Konfirmationsgottesdienstes durch Kantorin und Kantor im Pfarrsprengel.

Die Erinnerung der anderen Unterzeichnenden reicht inzwischen ebenfalls schon zwölf Jahre zurück. Die zwitschernden Vögel waren auch damals präsent – und das ganz ohne Orgel. Dafür erklangen sie auf einem anderen Instrument, das Martin Fehlandt mit einer solchen Meisterschaft spielte, dass sein Einsatz stets zu einem musikalischen Höhepunkt wurde. Es war die Blockflöte, der er eine beeindruckende Brillanz, Leichtigkeit und Lebendigkeit entlockte. Mit Virtuosität, Charme und feinem Humor machte er jedes Flötensolo zu einem besonderen Erlebnis. Martins Vielseitigkeit hat es ermöglicht, in den unterschiedlichsten Besetzungen gemeinsam Musik zu machen: vierhändig am Klavier oder an der Orgel, Gesang und Orgel, an zwei Klavieren, mit Blockflöte und Orgel oder im Kammerorchester. Die musikalischen Begegnungen waren stets farbenreich, lebendig und von großer Ausstrahlung; der Funke sprang immer auf das Publikum über.

Durch viele gemeinsame Chor-Projekte mit Martin Fehlandt ist die Region enger zusammengewachsen. Menschen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären, haben sich kennengelernt, sind miteinander ins Gespräch gekommen, und nicht selten sind daraus Freundschaften entstanden. So hat Martin nicht nur Musik erklingen lassen, sondern auch Menschen miteinander verbunden.

Gemeinsam wollen wir – natürlich und ausdrücklich auch im Namen der Kirchengemeinde Treptow – herzlich danken für die Jahre des Dienstes, für alles Gemeinsame und Gelungene! Dir, lieber Martin, Ihnen, werter Kantor Fehlandt, einen gelingenden Übergang in den (unruhigen?) Ruhestand und weiterhin viel Freude an der Musik, mit den Menschen und zur Ehre Gottes.

Barbora Yhee und Andreas Döhle

Glaubensbekenntnis der zu Pfingsten 2026 frisch Konfirmierten

Ich glaube, dass Gott der Anfang allen Ursprungs ist,
uns alle gleich lieb hat,
um uns ist und uns Kraft in schwierigen Zeiten gibt.

Ich glaube, dass Jesus der Sohn Gottes ist, er bringt die Botschaft Gottes.
Er ist für uns geboren, gestorben und wieder auferstanden,
um Gutes in die Welt zu bringen.

Ich glaube, dass der Heilige Geist ein verbindendes Element zwischen den
gläubigen Menschen ist. Er begleitet uns in unserem Leben.

Ich glaube, dass die Kirche ein Ort und eine Gemeinschaft ist, wo alle im
Frieden miteinander sein können und den Glauben teilen.

Ich glaube, dass ich selbst beschützt bin,
Gott mich führt und ich gesegnet bin.
Gott hilft mir und gibt mir Hoffnung.

AMEN

Handysammelaktion

In der diesjährigen Passionszeit hat sich auch unsere Gemeinde an der Handysammelaktion im Bezirk Treptow-Köpenick beteiligt. Die Aktion war Teil des Projekts „Lokal handeln – global verbunden“ der Kommunalen Ökumene Treptow-Köpenick und schloss sich der berlin- und brandenburgweiten Initiative von INKOTA sowie der Handysammelaktion der Fairen Gemeinden an. Gemeinsam mit anderen Kirchengemeinden und Partner:innen im Bezirk konnten an 12 Standorten insgesamt 337 Handys und 17 Tablets gesammelt werden. Die Geräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Gold, Kobalt und Kupfer, deren Recycling dazu beiträgt, Umweltbelastungen zu reduzieren und globale Lieferketten gerechter zu gestalten.

Als Kirchengemeinde verstehen wir diese Aktion auch als Teil unseres Engagements für die weltweiten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Besonders Ziel 12 „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster“ wird hier konkret erfahrbar. Kirchen können Räume schaffen, in denen globale Zusammenhänge sichtbar werden und verantwortliches Handeln im Alltag eingeübt wird. Die Handysammelaktion ist dafür ein Beispiel: Sie verbindet unseren lokalen Einsatz mit Fragen globaler Gerechtigkeit. Auch im weiteren Verlauf des Jahres sollen die Nachhaltigkeitsziele in den Kirchengemeinden in Treptow-Köpenick immer wieder aufgegriffen werden, um unsere gemeinsame Verantwortung sichtbar zu machen.

Juliane Peschel-Paetzold
Projektleiterin
Kirchliche Nachhaltigkeitsarbeit
Kommunale Ökumene Treptow-Köpenick
https://www.kommunale-oekumene.de

Abschied

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Gemeindeglieder,

mit dieser biblischen Besinnung verabschiede ich mich von Ihnen als Superintendent unseres Kirchenkreises. Am 18. Oktober diesen Jahres um 14 Uhr werde ich in einem Gottesdienst in der Erlöserkirche entpflichtet und in den Ruhestand verabschiedet. Mit 15 Jahren war diese Station die längste in meinem bisherigen Leben. Im Oktober 2011 begann ich und im Oktober 2026 endet mein Dienst.

In den Zeitraum dieses Gemeindebriefes fällt auch der Monat Juli und damit dessen Monatsspruch aus dem 5. Kapitel des Buches Amos. In Vers 24 heißt es dort:

„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“

Für mich ein großartiges Wort! Es hält die Verbindung zwischen Recht und Gerechtigkeit fest. Insofern ist er ein Kommentar zu jenem Nachwendesatz: ‚Wir wollten Gerechtigkeit und bekamen den Rechtsstaat.‘, den meiner Erinnerung nach Bärbel Bohley ausgesprochen hat. Sätze wie dieser von Amos zeigen, welche moralische Orientierung unser Glaube mit sich bringt und welche Werte für ihn wichtig sind.

Dass viele Gemeindeglieder diesen Kompass verinnerlicht haben wurde für mich deutlich an der großen Bereitschaft zur Hilfe, als im Jahre 2015/16 viele Geflüchtete auch in unserem Kirchenkreis angekommen sind. Da wurde zum Beispiel Wohnraum in Karlshorst und in anderen Gemeinden zur Verfügung gestellt. Da wurden Sprachkurse organisiert und viele Initiativen mehr: herzlichen Dank dafür! Unsere Kirchengemeinden wurden durch die engagierten Christenmenschen in ihnen zu Leuchtfeuern der Nächstenliebe. Dass man mit uns rechnen kann, wenn wir gebraucht werden, das hat sich damals
gezeigt.

Gezeigt haben sich in unseren Gemeinden freilich auch die gesellschaftlichen Brüche in der Coronazeit. Es gab Kritik daran, dass sich Kirche widerspruchslos den staatlichen Auflagen gefügt hat. Manche Kritiker kamen mit dem Widerstandspotenzial der Kirchen in der DDR; ein schwieriger Vergleich. Andere wieder stimmten dem Weg unserer Kirche in dieser nicht leichten Zeit zu. Wir wollten niemanden allein lassen, und dennoch ist es in Einzelfällen wohl dazu gekommen.

Und ein Letztes gehörte in diese 15 Jahre für mich hinein: der Aufstieg der AfD. Ich bin dankbar dafür, dass sich unsere Kreissynode im Frühjahr diesen Jahres dafür ausgesprochen hat, dass sich unsere Kirchenleitung bei ihren Gesprächen mit der Politik für ein Verbot dieser Partei einsetzen soll. Wir wissen, dass damit die Gesinnung der hinter dieser Partei Stehenden nicht verändert wird, aber zumindest bekäme sie dann nicht noch finanzielle Zuwendungen des Steuerzahlers. Das Bibelwort für Juli ist auch deshalb für mich wichtig, weil es zeigt, dass unser Glaube sehr wohl etwas mit der Politik zu tun hat. Er verteidigt nämlich die Menschenrechte, die diese Partei einschränken möchte. Das haben wir klar auszusprechen, auch wenn es einzelne Gemeindeglieder (und andere Mitbürger) anders sehen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass es für die Zukunft unserer Kirche und ihrer Gemeinden wichtig sein wird, ob wir die Themen ansprechen, die die Menschen bewegen; nur dann sind wir relevant. Bedeutsamkeit hängt nicht an der Zahl – zum Beispiel unserer Gemeindeglieder – sondern daran, ob wir ansprechen, was die Leute umtreibt.

  • Was ist das?
  • Wen könnte man fragen, um eine Antwort auf diese Frage zu bekommen?

Nach meiner Meinung sind in den letzten Jahren die Soziologen die geworden, bei denen man fündig werden kann. Und da findet sich das Stichwort ‚Verlust‘. Die Angst, zu verlieren, was man hat, bestimmt viele – und erklärt auch zu einem guten Teil den Aufstieg der AfD – und lähmt etliche Mitbürger zugleich. Es breitet sich Erschöpfung aus. Dabei geht es vielen bei uns gut. Erst recht, wenn wir uns mit Menschen auf anderen Kontinenten vergleichen. Deutschland ist noch immer ein attraktives Land mit seiner Mischung von individueller Freiheit und staatlich organisierter Vorsorge. Und dennoch rangieren wir weltweit gesehen nur auf Platz 22 des letzten Glücksatlas (Platz 1 belegt Finnland als das Land mit den glücklichsten Menschen; wenn man das denn messen kann). Das liegt sicher auch daran, dass immer weniger Menschen daran glauben, dass es ihren Kindern einmal besser geht als ihnen selbst.

Dieses Aufstiegsversprechen wird zunehmend nicht mehr geglaubt. Das ist Demokratie gefährdend. War die Zukunft vor ca. 35 Jahren eher wie ein Versprechen – denken Sie an den Song von Scorpion ‚Wind of Change‘ – klingt sie heute in den Ohren Etlicher eher wie eine Drohung. So scheint es zu sein, wenn man den Soziologen zuhört; das ist es, was die Menschen bewegt. Und weil es so zu sein scheint, sollten wir uns darauf beziehen.

Die Befürchtung, der Kuchen reicht nicht für alle führt dazu, erst einmal zu definieren, wer nicht an den Tisch gehört; zum Beispiel die Ausländer. Aus der Perspektive unseres Glaubens muss gefragt werden, ob die Voraussetzung, dass der Kuchen nicht für alle reicht, stimmt. Wenn es im ersten Kapitel der Bibel von Gott im Blick auf seine Schöpfung heißt: „… und siehe, es war sehr gut.“, dann meint das auch, dass es für alle reicht. Dann wäre das Problem nur eine falsche Verteilung und kein Mangel. Wer das glaubt ist großzügiger, weil er selbst Großzügigkeit erlebt hat. Ich habe in den letzten 15 Jahren sehr viel Großzügigkeit mir gegenüber erlebt. Ob es um den Umbau und die Sanierung des Hauses des Kirchenkreises in der Schottstraße 6 in Lichtenberg gegangen ist, oder um die Planung und Durchführung der Kreiskirchentage 2017 und 2025 – bei all diesen Vorhaben durfte ich mich im Rahmen der Entscheidungen unserer Kreissynode und des Kreiskirchenrates entfalten und hatte Spielräume. Dafür danke ich allen Verantwortlichen, die es über die Jahre hinweg in diesen Gremien gegeben hat. Und es war kein Zufall, dass diese Kirchentage nicht in einer Kirche stattgefunden haben. Ich wollte mit ihnen rausgehen, in die Stadt, und wollte Orte zurückholen. Natürlich nicht, ihre Vergangenheit tilgen, aber diese Vergangenheit sollte nicht das letzte Wort behalten!

Dieses steht für uns unserem befreienden Gott zu. Aus seiner Zuwendung leben wir. Sein guter Geist ist der Atem, der unsere Welt und seine Schöpfung am Leben hält. Darum ist auch genug da für alle. Darum darf man auch ganz beruhigt seinen Frieden damit machen, dass man die wichtigsten Dinge im Leben ‚nur‘ geschenkt bekommen kann. Es ist mit dem Leben wie mit dem Schnee: beides haben wir nicht in der Hand. Wenn meine Enkeltochter stolz den Schnee mit in’s Zimmer bringt, zerrinnt er. Wir haben unser Leben nicht in der Hand, aber wir kennen den, der uns durch die Zeiten trägt – auf unserem Weg zu seiner Ewigkeit.

Bleiben Sie behütet!

Hans-Georg Furian
(Superintendent)

Zusammenrücken während der Kirchsaalsanierung

Als dieser Gemeindegruß entstand, waren die Arbeiten im Kirchsaal bereits weit fortgeschritten. Die notwendige Einbringung einer Feuchtigkeitssperre war abgeschlossen, die Verputzarbeiten an den betroffenen Wänden nahezu beendet. Die Maßnahme war erforderlich geworden, weil diese Abdichtung bei der zurückliegenden Sanierung vor rund 15 Jahren nicht ausgeführt worden war. Nach Abschluss der Arbeiten werden nun noch die malertechnische Aufarbeitung und die Anbringung der Fußleisten folgen.

Für unsere Gemeinde bedeuteten die Bauarbeiten vor allem eines: zusammenzurücken. Da der Kirchsaal zeitweise nicht genutzt werden konnte, fanden Gruppen und Veranstaltungen im Gemeindesaal statt. Nicht immer war das einfach. Termine mussten abgestimmt werden, manche Gewohnheiten geändert, und gelegentlich wurde es auch räumlich eng. Dennoch haben wir diese Zeit gemeinsam gut bewältigt.

Im Rückblick zeigt sich, dass dieses Zusammenrücken mehr war als eine organisatorische Notwendigkeit. Es hat uns daran erinnert, dass Gemeinde vor allem durch die Menschen lebt, die sich in ihr versammeln.

Gerade dort, wo der Platz begrenzt ist, werden Gemeinschaft, Rücksichtnahme sowie Hilfe und gegenseitige Unterstützung besonders sichtbar. Passend dazu fand am 7. Juni auch der Gottesdienst im Gemeindesaal statt. Die ungewohnte Atmosphäre, die Nähe zueinander und so manches Provisorium erinnerten an die Anfänge der christlichen Kirche. Lange Zeit verfügten die ersten Christen über keine eigenen Kirchengebäude. Sie trafen sich in Häusern, feierten Gottesdienst in kleinen Räumen und lebten ihren Glauben in enger Gemeinschaft miteinander.

Diesen Gedanken griff auch die Predigt des Sonntags auf. Die ersten Christen werden in der Apostelgeschichte als Menschen beschrieben, die „ein Herz und eine Seele“ waren. Dabei bedeutete das keineswegs, dass es keine Unterschiede oder Konflikte gegeben hätte. Vielmehr zeichneten sie sich dadurch aus, dass sie trotz aller Herausforderungen zusammenblieben und füreinander Verantwortung übernahmen.

Vielleicht liegt gerade darin eine wichtige Erfahrung unserer vergangenen Wochen. Die Bauarbeiten haben Einschränkungen mit sich gebracht und manches lief nicht immer so reibungslos wie erhofft. Gleichzeitig haben sie uns Gelegenheit gegeben, neu zu entdecken, was Gemeinschaft bedeutet.

Kirche lebt nicht allein von ihren Mauern, so wichtig und wertvoll diese auch sind. Sie lebt von den Menschen, die sich im Glauben miteinander verbinden, einander unterstützen und gemeinsam unterwegs sind.

So hoffen wir, dass die Sanierung nicht nur zum Erhalt unseres Kirchengebäudes beiträgt, sondern uns auch etwas von dem in Erinnerung ruft, was die ersten christlichen Gemeinden getragen hat: die Erfahrung, dass Gottes Gegenwart nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist, sondern dort erfahrbar
wird, wo Menschen zusammenkommen, einander tragen und Gemeinschaft leben.

In diesem Sinne war die Zeit des Zusammenrückens vielleicht nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine wertvolle Erinnerung an die Anfänge unserer Kirche.

Patrick Otto